Trauerbegleitende




Trauerreisen begleiten

Biblische Reisen entwickelt Trauerreisen für Menschen, die nach einem Verlust Raum, Bewegung und Gemeinschaft suchen. Die Reisen finden in kleinen Gruppen in Deutschland statt und werden jeweils von zwei Trauerbegleiterinnen oder Trauerbegleitern begleitet. Wir suchen Frauen und Männer, die Erfahrung in der Trauerbegleitung mitbringen, Gruppen gut halten können und Lust haben, dieses neue Format mit uns aufzubauen. Sie können sich einzeln melden oder bereits als Duo aus zwei Begleiterinnen, zwei Begleitern oder einer Begleiterin und einem Begleiter.


Was sie erwartet

DAS FORMAT
  • Begleitete Trauerreisen in Deutschland
  • Vier Tage und drei Nächte
  • Kleine Gruppen mit 6 bis 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
  • Ruhige Orte in Natur, Klöstern, Hotels oder Landgasthäusern
IHRE AUFGABE
  • Gesprächsrunden moderieren
  • Rituale und Impulse begleiten
  • Freiwilligkeit sichern
  • Gemeinsam mit einer zweiten Person den Rahmen halten
RAHMENBEDINGUNGEN
  • Zwei Trauerbegleiterinnen oder Trauerbegleiter pro Reise
  • Vorgesehen sind 600 Euro Honorar pro Person
  • Unterkunft, Verpflegung und Anreise per Bahn vorgesehen
  • Bewusste Auszeiten für Begleiterinnen und Begleiter







Weitere Informationen

ㅤㅤㅤErklärung

Klicken Sie einfach auf den gewünschten Reiter – und entdecken Sie weitere Details zu unserer Reise.

Aufgabe und Programmrahmen

Programmrahmen für Trauerreisen

Der folgende Programmrahmen ist als Beispiel und Arbeitsgrundlage für Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter gedacht und wird je nach Veranstaltungsort und Angebot in Abstimmung mit der Trauerbegleitung vorab festgelegt. Er soll Struktur geben, aber nicht starr abgespult werden. Entscheidend bleibt, was die Gruppe braucht und was für die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglich ist.

Das Basteln und tägliche Anzünden der Erinnerungskerze soll jedoch fester Bestandteil jeder Trauerreise sein. Die Audioimpulse für Geh-, Entspannungs- und Meditationsübungen werden von uns zur Verfügung gestellt.

Grundhaltung für alle Tage

Alle Angebote sind freiwillig. Niemand muss sprechen, etwas zeigen oder an einem Ritual teilnehmen. Die Begleiterinnen und Begleiter führen, ohne zu lenken. Schweigen wird nicht gefüllt, sondern als Raum gehalten. Die Gruppe soll erleben: Jede Trauer darf so da sein, wie sie ist.

Die Begleiterinnen und Begleiter achten auch auf die eigene Kraft und nutzen die vorgesehenen Auszeiten.

Tag 1: Ankommen

Ab 14:00 Uhr: Anreise, Zimmer beziehen, ankommen.

Die Begleiterinnen und Begleiter sind sichtbar ansprechbar, ohne die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sofort in Gespräche zu ziehen. Der erste Eindruck soll ruhig, klar und nicht überfordernd sein.

15:00 Uhr: Kerze gestalten.

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer gestaltet eine eigene Kerze für den Menschen, an den sie oder er auf dieser Reise besonders denkt. Es geht nicht um ein schönes Ergebnis, sondern um ein erstes Ankommen über die Hände. Das gemeinsame Tun erleichtert Kontakt, ohne dass sofort über Trauer gesprochen werden muss.

Die Kerze begleitet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die gesamte Reise. Sie wird jeden Tag gemeinsam entzündet: als kurzer Moment des Erinnerns, der Stille und der Verbindung mit dem Menschen, für den sie gestaltet wurde. Am Ende der Reise nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Kerze mit nach Hause und können das Ritual dort weiterführen.

Aufgabe der Begleitung: Material vorbereiten, ruhig einführen, keinen Leistungsdruck entstehen lassen, erste Gruppendynamik beobachten, Einzelne behutsam einbeziehen, aber nicht drängen.

17:00 Uhr: Erste moderierte Gesprächsrunde.

Leitfragen: Wer bin ich? Warum bin ich hier? Was wünsche ich mir von dieser Reise?

Aufgabe der Begleitung: Gesprächsregeln setzen, Freiwilligkeit klar benennen, Redezeiten behutsam halten, nicht interpretieren, Gehörtes spiegeln, ohne zu bewerten, Stille aushalten.

19:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen.

Die Begleiterinnen und Begleiter bleiben präsent, aber nicht therapeutisch aktiv. Das Abendessen darf leicht sein.

20:30 Uhr: Freie Zeit, Spaziergang oder Stille.

Für die Begleiterinnen und Begleiter: Nach dem Abendessen bewusst zurückziehen. Der Abend gehört der Erholung und dem inneren Sortieren. Bitte nicht in Einzelgespräche hineinziehen lassen, wenn es nicht notwendig ist.

Tag 2: In Bewegung kommen

Nach dem Aufstehen: Freiwillige Gehmeditation draußen und / oder offenes Frühstück.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen in ihrem eigenen Tempo. Es kann alleine oder gemeinsam gefrühstückt werden. Die Begleiterinnen und Begleiter achten auf Atmosphäre, nicht auf Programmstart.

Die Gehmeditation kann mit Audioimpuls stattfinden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bringen Kopfhörer mit. Wer nicht gehen möchte, bleibt frei.

Aufgabe der Begleitung: Treffpunkt und Dauer klar benennen, Freiwilligkeit betonen, Tempo niedrig halten, nicht erklären, was erlebt werden soll, nach der Übung keinen Austausch erzwingen.

10:00 Uhr: Erinnerungskerze anzünden und moderierte Gesprächsrunde.

Leitfrage: Welche Erinnerung trägt mich gerade?

Jede Person kann ein konkretes Bild, einen Moment, einen Satz oder auch nur ein Wort teilen.

Aufgabe der Begleitung: Zeugenschaft ermöglichen, Kommentieren durch andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer vermeiden, Verbindung in der Gruppe entstehen lassen, ohne Trostformeln zu fördern, darauf achten, dass niemand durch zu lange Erzählungen die Gruppe überfordert.

11:30 Uhr: Hauptaktivität.

Je nach Ort: Spaziergang, leichte Wanderung, Yoga, Naturgang oder eine andere passende Aktivität.

Aufgabe der Begleitung: Aktivität mit dem Ort abstimmen, körperliche Belastung niedrig halten, Pausen ermöglichen, Rückzug erlauben, informelle Gespräche zulassen, aber nicht forcieren.

13:00 Uhr: Mittagessen.

13:30 Uhr: Freie Zeit.

Diese Zeit ist für Ruhe, Schlaf, Spaziergang, Schreiben oder Alleinsein vorgesehen.

Für die Begleiterinnen und Begleiter: Diese zwei Stunden gehören ausdrücklich Ihnen. Rückzug, Spaziergang, Schlaf oder kollegiale Abstimmung im Duo. Bitte diese Pause wirklich nehmen.

15:30 Uhr: Kreativangebot.

Möglich sind Malen, Schreiben, Gestalten oder ein stiller Impuls. Danach folgt ein kurzer Austausch.

Leitfragen: Was ist entstanden? Was hat das ausgelöst?

Aufgabe der Begleitung: Material und Zeitrahmen vorbereiten, keine Deutung der Ergebnisse anbieten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst sprechen lassen, auch Nicht-Teilen als gültig markieren.

17:30 Uhr: Kurze Einzelzeit.

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann um ein einzelnes Gespräch bitten.

19:00 Uhr: Abendessen.

20:30 Uhr: Offene Abendgesprächsrunde.

Leitfrage: Was hat mich heute bewegt?

Aufgabe der Begleitung: Offen moderieren, Belastung in der Gruppe wahrnehmen, bei Bedarf begrenzen, Dankbarkeitsübung anbieten und danach einen ruhigen Abschluss setzen.

Audio-Tipp für den Abend: Atemübung oder Einschlafmeditation.

Tag 3: In die Tiefe gehen

Nach dem Aufstehen: Freiwillige Gehmeditation draußen und / oder offenes Frühstück.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen in ihrem eigenen Tempo. Es kann alleine oder gemeinsam gefrühstückt werden.

Auch hier gilt: freiwillig, ruhig, ohne Auswertungspflicht.

10:00 Uhr: Erinnerungskerze anzünden und Morgenimpuls mit stillem Schreiben.

Möglich ist ein Brief an den verstorbenen Menschen oder an sich selbst. Dauer etwa 20 Minuten. Der Text bleibt privat, wenn die Teilnehmerin oder der Teilnehmer ihn nicht teilen möchte.

Aufgabe der Begleitung: Sichere Einführung geben, klar sagen, dass nichts vorgelesen werden muss, Schreibhemmung normalisieren, Alternativen anbieten: ein Wort, ein Satz oder nur still sitzen.

10:30 Uhr: Moderierte Gesprächsrunde.

Leitfragen: Was vermisse ich am meisten? Was hat mir dieser Mensch mitgegeben, das ich noch heute in mir trage?

Aufgabe der Begleitung: Sehr behutsam moderieren, auf Überforderung achten, Pausen zulassen, Tränen nicht wegtrösten, keine schnellen Sinnangebote machen, Gruppe als hörenden Raum halten.

12:00 Uhr: Hauptaktivität.

Je nach Ort: Spaziergang, leichte Wanderung, Naturgang oder eine andere ruhige Aktivität.

13:00 Uhr: Mittagessen.

13:30 Uhr: Freie Zeit.

Für die Begleiterinnen und Begleiter: Bewusste Auszeit. Bitte wirklich wegtreten. Dieser Tag kann emotional dicht werden; deshalb ist die Pause Teil der Qualitätssicherung.

15:30 Uhr: Erinnerungsritual in der Gruppe.

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann ein Foto, einen Gegenstand oder einen Satz mitbringen. Auch hier gilt: Wer nichts zeigen oder sagen möchte, bleibt frei.

Aufgabe der Begleitung: Ritual ruhig und klar eröffnen, Reihenfolge und Rahmen halten, Kommentare aus der Gruppe begrenzen, auf Würde und Tempo achten, nach intensiven Momenten erden.

17:15 Uhr: Moderierte Nachbesprechung.

Leitfragen: Was hat das berührt? Was darf bleiben?

Aufgabe der Begleitung: Übergang aus dem Ritual gestalten, Gruppe wieder stabilisieren, offen lassen, was offen bleiben muss, nicht auf ein positives Ergebnis drängen.

19:00 Uhr: Gemeinsames Abendessen, gerne etwas Besonderes.

20:30 Uhr: Offener Abend.

Gemeinschaft, freie Zeit, kein Pflichtprogramm.

Audio-Tipp für den Abend: Einschlafmeditation.

Tag 4: Loslassen und mitnehmen

Nach dem Aufstehen: Freiwillige Gehmeditation draußen und / oder offenes Frühstück.

10:00 Uhr: Erinnerungskerze anzünden und Abschlussgesprächsrunde, Teil 1.

Leitfrage: Was lasse ich hier?

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kann etwas benennen, das bewusst zurückgelassen werden darf. Das kann ein Satz, ein Bild, ein Gefühl oder auch nur ein Schweigen sein.

10:30 Uhr: Abschlussgesprächsrunde, Teil 2.

Leitfrage: Was nehme ich mit?

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer formuliert möglichst einen konkreten Satz für den Alltag zuhause.

Aufgabe der Begleitung: Abschluss nicht zu schnell machen, Traurigkeit und Dankbarkeit nebeneinander stehen lassen, keine künstliche Auflösung erzeugen, den Übergang nach Hause bewusst markieren.

11:15 Uhr: Kerzenabschluss.

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hält die eigene Kerze und formuliert still oder laut: Wofür zünde ich diese Kerze zuhause an?

Aufgabe der Begleitung: Ritual kurz und klar halten, Würde sichern, niemanden zum Sprechen verpflichten, einen gemeinsamen letzten Moment ermöglichen.

11:45 Uhr: Stille Abschlussmeditation.

Ein kurzer gemeinsamer Moment, bevor die Gruppe auseinandergeht.

12:00 Uhr: Abreise.

Werkzeuge für zuhause

Selbst gestaltete Kerze mit persönlichem Ritual, Gehmeditation für den Morgen, Atemübung für das Gedankenkarussell, Einschlafmeditation für den Abend und persönlicher Satz aus der Abschlussrunde.

Moderationsprinzipien für alle Gesprächsrunden

Offene Fragen stellen, keine Antworten anbieten. Schweigen aushalten. Gehörtes spiegeln, ohne zu interpretieren. Niemand muss sprechen. Wenn jemand erzählt, hören die anderen zu, ohne zu kommentieren. Grenzen achten. Einzelgespräche nur dort anbieten, wo es in den Rahmen passt. Bei akuter Krise klar und verantwortlich weiterverweisen.

Rahmenbedingungen
  • Gruppengröße: sechs bis zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer
  • Dauer: vier Tage, drei Übernachtungen, in der Regel Donnerstag bis Sonntag
  • Begleitung: zwei Trauerbegleiterinnen oder Trauerbegleiter pro Reise
  • Honorar: vorgesehen sind 600 Euro Honorar pro Person
  • Inklusive: Unterkunft, Verpflegung und Anreise per Bahn
  • Auszeiten: Im Programm sind bewusste Auszeiten für Begleiterinnen und Begleiter vorgesehen.
Voraussetzungen und Bewerbung

Wen wir suchen

Wir suchen Frauen und Männer mit fundierter Erfahrung in der Trauerbegleitung. Eine Qualifikation über einen anerkannten Träger oder Verband ist hilfreich.

Wichtig sind Ruhe, Stabilität, Gruppenerfahrung, klare Grenzen, ein wertschätzender Umgang mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubenshaltungen sowie die Bereitschaft, im Duo zu arbeiten.

Die Reisen sind offen für Teilnehmerinnen und Teilnehmer unabhängig von Glaube, Konfession oder religiöser Zugehörigkeit. Begleiterinnen und Begleiter sollten diesen offenen Rahmen mittragen können.

Einzeln oder als Duo melden

Sie können sich einzeln melden. Biblische Reisen stellt dann bei Bedarf zwei passende Begleiterinnen oder Begleiter für einen Termin zusammen.

Sie können sich auch als bestehendes Duo melden, zum Beispiel als zwei Begleiterinnen, zwei Begleiter oder als Begleiterin und Begleiter.

Ihre Meldung ist zunächst unverbindlich. Wir prüfen gemeinsam, ob Qualifikation, Haltung, Termin und Ort zusammenpassen.

Formular-Hinweis

Über das Formular können Sie uns kurz mitteilen, welche Erfahrung Sie mitbringen, in welchen Regionen Sie verfügbar wären und ob Sie sich einzeln oder bereits als Duo melden.

Zum Formular