taz-Reise in die Zivilgesellschaft: Palästina/Israel

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NABLUS - RAMALLAH - JENIN - JERICHO - JERUSALEM - BETHLEHEM - HEBRON

Studien- und Begegnungsreise

Leserreise der taz - die tageszeitung

Sie besuchen ein Theaterprojekt in Jenin (das "Freedom Theatre"), lernen zivilen Widerstand gegen die Mauer in einem Dorf kennen und unterhalten sich in Jerusalem, Bethlehem, Ramallah und anderen Orten mit Journalisten, Pädagogen, Kulturhistorikern und anderen Experten. Ziel ist es, selbst auf einer nur 11-tägigen Reise die Lebensrealität der Palästinenser aus verschiedenen Blickwinkeln wahrnehmen zu können.

Dazu gehört, dass Sie in Beit Sahour (bei Bethlehem) zwei Tage bei palästinensischen Familien wohnen oder bei der Fahrt ins Jordantal auch eine jüdische Siedlung besuchen.

Bei der Reise lernen Sie vor allem soziale und kulturelle Initiativen aus der Zivilgesellschaft kennen, die häufig die Selbstbehauptung der Palästinenser im Auge haben und sich meist mit Problemen der Besatzung auseinandersetzen, deren Bedeutung man erst vor Ort erkennt.
Sie lernen städtisches Milieu in Ramallah ebenso kennen wie die Situation der Landarbeiter im Jordantal in der Zone C, in der Israel die alleinige Kontrolle ausübt. Was das bedeutet, spürt man vor Ort schnell.

Leider verschwindet im Ausland hinter den häufigen Bildern und Nachrichten von Gewalt und Auseinandersetzungen die alltägliche Lebensrealität in der Westbank, die in drei Zonen unterteilt ist. Die Zonen definieren den Grad an palästinensischer Autonomie und damit das Ausmaß an Blockaden und Erschwerungen im Alltagsleben, das aber in allen Fällen den Vorgaben der israelischen Militärbesatzung unterworfen ist. Die israelische Besatzung besteht inzwischen seit 49 Jahren - und eine vernünftige Lösung ist leider nicht in Sicht.

An die Spannungen im Lande werden Sie bei der Reise durchs Westjordanland an jedem Checkpoint erinnert. Aber als Touristen haben Sie weder von den Palästinensern, die sich über Besucher freuen, noch vom israelischen Militär etwas zu befürchten. Und wenn zwischen beiden irgendwo lokale Auseinandersetzungen stattfinden – was leider permanent passiert und auch bei früheren Reisen schon passierte – meiden wir diese natürlich; deren Orte bzw. Plätze sind vor Ort durchaus vorher bekannt.
Doch Sie erleben auch die landschaftlichen Schönheiten dieses Landstrichs, insb. bei einer mehrstündigen Wanderung über die grünen Hügel und Olivenhaine, bei der wir auch die traditionellen Sufi-Schreine aufsuchen. Auf unserer Reiseroute liegen viele bedeutsame religiöse Stätten, die Sie natürlich besichtigen, wie die Grabeskirche in Jerusalem, die Geburtskirche in Bethlehem, die Abraham Moschee in Hebron. Allein Jerusalem ist eine Reise wert. Diese "Hauptstadt dreier Weltreligionen", in der sich alle religiösen und politischen Kontroversen der Region bündeln, werden Sie knapp drei Tage lang erkunden.

Abstecher nach Jericho, eine der ältesten Städte der Welt, und nach Hebron, wo jüdische Siedler einen Teil der Altstadt bewohnen, runden die Reise ab. Dabei werden Sie Menschen begegnen, die der Besatzung trotzen, nicht mit aktivem Widerstand gegen die Gewalt, sondern vor allem in ihrer Lebenseinstellung und durch Projekte für eine bessere Zukunft.
Ein beeindruckendes Projekt dieser Art lernen Sie in Ramallah kennen: die Nicht-Regierungsorganisation „Riwaq" engagiert sich seit über 20 Jahren für den Denkmalschutz und für das palästinensische Kulturerbe. Inzwischen arbeiten Riwaq-Mitarbeiter in 80 Dörfern. Historische Bauten werden renoviert und der Gemeinde je nach Bedarf zur Verfügung gestellt, als Versammlungsraum, als Musikschule oder als Frauenzentrum. Ziel der Organisation ist es, das Kulturerbe Palästinas zu bewahren und es zudem für die sozio-wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen.

Diese Reise fand zum ersten Mal im Oktober 2008 statt. Reiseberichte finden Sie im Internet (www.taz.de/tazreisen), jedoch wurde das Programm inzwischen teilweise weiter entwickelt.
Vor Ort wird die Reise von der palästinensischen „Alternative Tourism Group" (ATG) in Beit Sahour organisiert. 2007 war sie Preisträger beim „ToDo! – Wettbewerb für sozial verantwortlichen Tourismus", der jährlich auf der ITB in Berlin vergeben wird.

Reiseleiter sind der ehem. taz-Nahostredakteur Georg Baltissen, taz-Redakteur und von 1997 bis 1999 Nahost-Korrespondent der taz in Jerusalem. Alle Reisen in Kooperation mit Susanne Knaul, der aktuellen taz-Korrespondentin in Jerusalem.

Termine

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HL7K780322.10.17 – 01.11.17 2.610,- Buchen 
  Georg Baltissen

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Frau Dagmar Resky (Tel. 0711 6192513)

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Akzente

Reiseverlauf

1. Tag: Montag
Flug nach Tel Aviv. Transfer nach Nablus; Ankunft am Abend in unserem Hotel, das mitten im Souk der Altstadt liegt. Beim Abendessen im Hotel lernen sich die TeilnehmerInnen kennen und erfahren Details zum Programmablauf.

2. Tag: Dienstag
Fahrt ins nördliche Westjordanland nach Jenin, mit einem Stopp im Nachbarort Burquin bei einer alten orthodoxen Kirche. Dann Besuch des Kultur- und Theaterprojektes "Freedom Theatre" (ein Partnerprojekt von medico-international) im Flüchtlingslager Jenin.
Am Nachmittag Rückfahrt über Sebastia (römisches Amphitheater sowie restaurierte Altstadt) nach Nablus; Abendessen im Hotel.

3. Tag: Mittwoch
Am Vormittag fahren wir ins Jordantal 260 m unter den Meeresspiegel. Wir besuchen das palästinensische Dorf Jiftlik nördlich von Jericho und treffen Vertreter der palästinensischen Landarbeiter-Gewerkschaft, einer Partnerorganisation von medico international.
Am Nachmittag machen wir einen Rundgang durch die Altstadt von Nablus in Begleitung eines Gewerkschafters, der die Geschichte der Häuser und Gassen kennt. Der Spaziergang beginnt im Café eines alten Hamam - mit Gelegenheit zum Mittagessen.
Abendessen im Hotel.

4. Tag: Donnerstag
Fahrt zur renommierten Universität Bir Zeit; dort treffen wir Studenten und Lehrkräfte, die uns über das Universitätsleben informieren. Wir besichtigen den Campus und die kleine Kunstgalerie auf dem Campus im ehemaligen „ethnographic museum".
Gegen Mittag fahren wir in das nahe gelegene Dorf Bil'ein, dessen Bewohner seit mehr als 10 Jahren jeden Freitag gegen die Mauer demonstrieren, die ihnen einen Teil ihrer Felder genommen hat.
Ramallah erreichen wir dann am Nachmittag. Bei einem kurzen Orientierungs-Spaziergang besuchen wir den Fotografen Majdi Hadid in seinem Studio (www.beautifulpalestine.org). Er wird uns in einem Vortrag über die Aufteilung der Westbank informieren und beim Abendessen ins Hotel unser Gast sein.

5. Tag: Freitag
Wir fahren erneut nach Bir Zeit, diesmal in den Ort selber, und schauen uns dessen restaurierte Altstadt an. Wir besuchen den Zirkus, der ein bemerkenswertes Projekt für die Kinder und Jugendlichen ist. Von hier brechen wir zu einer Wanderung (ca. 3 Std) durch Dörfer und Täler westlich von Bir Zeit auf – dabei entdecken wir alte Kirchen, Sufi-Heiligtümer und die Gastfreundschaft der Palästinenser.
Am Nachmittag machen wir noch einen Abstecher zum Grabmal des palästinensischen Dichters Mahmud Darwusch und zum Mausoleum des verstorbenen Präsidenten Yassir Arafat in Ramallah. Abendessen im Hotel Vertreter von ‚medico international' in Palästina.

6. Tag: Samstag
Vormittags Rundgang durch die provisorische Hauptstadt der Palästinenser, von der kleinen Altstadt über den Manara-Platz. Im Nachbarort besuchen wir 'Riwaq', eine NGO, die sich für den Denkmalschutz engagiert. Historische Bauten werden renoviert und der Gemeinde zum Aufbau eines Gemeindelebens zur Verfügung gestellt. Ziel der Organisation ist es, das Kulturerbe Palästinas zu bewahren. Riwaq arbeitet in 80 Dörfern, restaurierte auch die Altstadt von Bir Zeit.
Anschließend Fahrt nach Jericho, der ältesten Stadt der Welt. In einem Restaurant am Berg der Versuchung können wir den Blick bis nach Jordanien und zum Toten Meer genießen.
Weiter geht die Fahrt über den Aussichtspunkt Wadi Quelt und, wenn zeitlich möglich, über die Sufi-Pilgerstätte Nabi Moussa nach Bethlehem bzw. Beit Sahour, wo sich die Reisegruppe auf verschiedene Gastfamilien aufteilt. Zwei Abende werden wir bei palästinensischen Familien übernachten, eine Art ‚Bed and Breakfast', aber auch mit Abendessen – organisiert von unserem Partner vor Ort, der „Alternativ Tourism Group".

7. Tag: Sonntag
Wir schauen uns Bethlehem an: beim Rundgang durch die Altstadt besuchen wir natürlich die Geburtskirche, aber auch ein Projekt, das eine Anlaufstelle für traumatisierte Menschen entwickelt, sowie ein Fair-Trade Projekt palästinensischer Frauen.
Mit unserem Bus fahren wir zu einigen besonders markanten Stellen der hier teilweise noch im Bau befindlichen neuen Trennungsmauer, werden Graffitis von Banksy entdecken und Claire Anastas' Haus besuchen, das an drei Seiten von der Mauer eingekreist ist. Abends Rückkehr nach Beit Sahour zu den Gastfamilien.

8. Tag: Montag
Fahrt nach Hebron; Besuch der Altstadt, deren Bewohner seit Jahren mit militanten israelischen Siedlern konfrontiert sind. Wir treffen Mitarbeiter des ‚Hebron Rehabilitation Committee', das sich für den Erhalt des traditionellen Stadtkerns einsetzt, können beim Gang durch den Altstadt- Souk im Laden einer Frauenkooperative traditionelle Stickereien bewundern und besuchen Abrahams Grab (al-Haram al-Ibrahimi) – an der einen Seite eine Moschee, an der anderen eine Synagoge, dazwischen Panzerglas. Abschließend besuchen wir die Werkstatt einer der berühmten Glasbläsereien von Hebron.
Am späten Nachmittag fahren wir dann nach Jerusalem; hier wohnen wir im wunderschönen "Jerusalem-Hotel", einem alten Natursteinhaus in der Nähe des Damaskus-Tors. Abendessen mit der taz-Korrespondentin Susanne Knaul.

9. Tag: Dienstag
Vormittags unternehmen wir eine Jerusalem-Tour mit dem israelisch-palästinensischen ‚Alternative Information Center' (AIC) zum Thema: die ungleiche Entwicklung von "Groß-Jerusalem" für Palästinenser und jüdische Israelis und wir erfahren die Logik hinter dem Verlauf der Mauer.
Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Wer will, der durchstreift die geschäftige Altstadt von Jerusalem und lernt, sich im Gewirr der Gassen zu orientieren. Für Interessierte besteht auch die Möglichkeit, die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem zu besuchen.

10. Tag: Mittwoch
Besichtigung der berühmtesten Bauwerke in der Altstadt: Klagemauer und Grabeskirche – unter sachkundiger Führung. Der Besuch von Felsendom und Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg kann nicht garantiert werden. Der Zugang hängt von der politischen Lage ab.
Am Mittag besuchen wir den Ost-Jerusalemer Stadtteil Silwan, von Israel „Davidstadt" genannt, und treffen dort eine Frauenkooperative (mit Mittagessen), die uns über die Konflikte vor Ort informiert.
Am späten Nachmittag ist ein lockerer Streifzug durch Ost-Jerusalem möglich. Man kann auch in den Geschäften des Souk stöbern, Elias Fotostudio mit Jerusalem-Fotos aus den 1930er Jahren bestaunen oder einfach im Österreichischen Hospiz relaxen.

11. Tag: Donnerstag
Am Vormittag heißt es, von Jerusalem Abschied zu nehmen. Mittags Fahrt zum Flughafen und Abflug von Tel Aviv - Ankunft in deutschen Flughäfen am Abend.

Leistungen

Mindestteilnehmerzahl: 10 Personen; siehe § 9.2. unserer Reisebedingungen

  • Linienflug mit Lufthansa ab/bis Frankfurt nach Tel Aviv und zurück;
  • Flughafentransfers und Fahrten zu den Programmorten im klimatisierten Minibus
  • 8 Übernachtungen in Doppelzimmern mit Bad/Dusche und WC in Mittelklassehotels
  • Zwei Übernachtungen bei palästinensischen Familien in Bet Sahour
  • Halbpension während der gesamten Reise
  • Begegnungen mit zivilgesellschaftlichen Gruppen und Projekten
  • Reiseleitung durch taz-Redakteure Georg Baltissen in Kooperation mit Susanne Knaul
  • Übersetzungen bei allen Treffen mit Gruppen und Personen
  • Eintrittsgelder und Besichtigungen lt. Reisebeschreibung
  • Informationsmaterial zur Vorbereitung
  • Flughafen-, Lande- und Sicherheitsgebühren

Im Preis nicht enthaltene Leistungen

  • Mittagessen, Getränke, Trinkgelder
  • Freiwilliger Atmosfair-Beitrag: Informationen unter atmosfair
  • Zur Ergänzung Ihrer individuellen Absicherung raten wir Ihnen dringend zum Abschluss einer Reiserücktrittskosten-/Reiseabbruchversicherung sowie einer Reisekrankenversicherung, die auch Rückführungskosten bei Unfall oder Krankheit deckt. Wir empfehlen die Angebote der MDT (PDF 168 KB).

Zusatzleistungen:

Einzelzimmerzuschlag 395,-

Zusatzinfos

Wichtige Hinweise

Programmumstellungen und Änderungen im Detail möglich.

Einreise- und Gesundheitsbestimmungen

Deutsche Staatsbürger benötigen einen gültigen Reisepass, der noch mind. 6 Monate über die Reisedauer hinaus gültig ist. Impfungen sind bei Einreise direkt aus Europa nicht zwingend vorgeschrieben.

Flüge ab anderen Flughäfen auf Anfrage möglich (z.T. ohne Aufpreis).

Anmerkungen

Reiseleiter
Georg Baltissen
, taz-Redakteur; er lebte von 1997 bis 1999 als Nahost-Korrespondent der taz in Jerusalem;
– bei allen Reisen in Kooperation mit der aktuellen taz-Korrespondentin Susanne Knaul

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