1700 Jahre jüdisches Leben an Rhein, Main und Neckar

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DEUTSCHLAND

Studienreise als Standortreise

Manchmal ist es wichtig, Tacheles zu reden. Oft sitzt man im Schlamassel, wenn Reden und Handeln Stuss oder meschugge waren und man nur mit harter Maloche da wieder rauskommt. Man schäkert und schmust, und ab und an ist manch eine/r vielleicht etwas beschickert. Was vielen unserer Landsleute nicht bewusst ist - unsere Alltagssprache ist geprägt vom Jiddischen, von der jüdischen Sprache. Die gesamte deutsche Kultur ist beeinflusst vom jüdischen Leben, welches in Deutschland und darüber hinaus von den Nazis zwischen 1933 bis 1945 systematisch ausgelöscht werden sollte. Schon früh mit den römischen Legionen kamen Juden ins Rheintal und zur Zeit Karls des Großen entstanden entlang der Handelsrouten zahlreiche jüdische Gemeinden. Die Anfänge jüdischen Lebens in Deutschland reichen ins frühe 4. Jahrhundert zurück: Im Jahr 321 stellte der römische Kaiser Konstantin ein Dokument aus, das Juden Stimme und Sitz in der Curia der Stadt Köln zusprach. Dieses Dokument gilt als der erste schriftliche Beleg für jüdisches Leben im deutschsprachigen Raum. Von diesem Datum ausgehend wurde das Jahr 2021 zum „Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ausgerufen. In ihren Gebräuchen deutlich abgehoben von ihrem christlichen Umfeld, waren die jüdischen Gemeinden dennoch ein wichtiger Teil des kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Sie erlebten Zeiten wirtschaftlichen Erfolgs, sozialen Aufstiegs und kultureller Blüte, aber auch grausamste Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung. Diese Reise an Rhein, Main und Neckar will dazu beitragen, das Wissen über jüdische Geschichte und Kultur zu vertiefen, an die wechselvolle jüdische Vergangenheit Deutschlands zu erinnern und jüdisches Leben in der Gegenwart sichtbar zu machen.

Termine

Reisenr.TerminePreisVerfügbarkeit
DE1K760211.10.21 – 16.10.21 1.075,- Buchen 
  Dr. Marcus Held

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Frau Anja Quaß (Tel. 0711 6192538)

Frau Anja Quaß
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Auf einen Blick

  • Jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart
  • Einführung in das Judentum
  • Begegnungen
  • Standortreise - kein Hotelwechsel

Reiseverlauf

1. Tag: Ankommen und Spurensuche in Magenza (Mainz)
Individuelle Anreise nach Mainz: Hotelbezug für fünf Nächte. Um 14.00 Uhr Begrüßung durch die Reiseleitung. Besichtigungen in Mainz, wo das Judentum bereits eine lange Geschichte hat. Auf dem Friedhof „Judensand“ aus dem Jahr 1012 erinnern rund 1.500 Grabsteine an das jüdische Leben der Stadt. Die aufsehenerregende, moderne Gebäudeform der Neuen Synagoge in der Mainzer Neustadt reflektiert die fünf Buchstaben des hebräischen Begriffs „Keduscha“ (Heiligung).

2. Tag: Warmaisa (Worms) und Kloster Lorsch
Ausflug an den Rhein nach Worms: Besuch auf dem jüdischen Friedhof „Heiliger Sand“, der als ältester erhaltener seiner Art in Europa gilt. Die ältesten der etwa 2.500 Grabsteine stammen aus dem 11. Jahrhundert. Weiter geht‘s in das jüdische Viertel zu Synagoge und Mikwe. Danach Besuch im Dom St. Peter, der von den drei rheinischen Kaiserdomen, der kleinste ist. Hier fand 1521 der Reichstag zu Worms statt, auf welchem sich Martin Luther vor Kaiser Karl V. verantworten musste. Anschließend Fahrt zum Kloster Lorsch, das zu den Zentren europäischer Kultur im frühen Mittelalter gehörte und während der Regierungszeit König Pippins des Kurzen (751-768) gegründet wurde. Es ist eines der wenigen Denkmäler der Karolinger Zeit, welches über die Jahrhunderte hinweg sein ursprüngliches Aussehen bewahrt hat. (ca. 150 km)

3. Tag: Jüdische Spuren in der Mainmetropole
Ausflug (mit öffentlichen Verkehrsmitteln) nach Frankfurt am Main: Seit dem 12. Jh. leben Juden in der Mainstadt, die über Jahrhunderte eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Europa gewesen ist. Nach den Verheerungen der NS-Zeit entwickelte sich die Stadt rasch wieder zu einem Anziehungspunkt für Jüdinnen und Juden. Zunächst Besuch im Bibelhaus Erlebnismuseum: Das Museum rund um das „Buch der Bücher" und die jüdische Welt des antiken Israel ermöglicht einen einzigartigen Blick auf die Lebenswelt und das Judentum in biblischer Zeit und will biblische Inhalte erfahrbar machen. Viele Originalfunde, aber auch ein Nachbau eines Schiffes in Originalgröße aus der Zeit Jesu, laden zum Sehen, Hören und Begreifen ein. Der nächste Besuch gilt dem Jüdischen Museum: Fünfzig Jahre nach dem Novemberpogrom wurde im historischen Wohnhaus von Baron Mayer Carl von Rothschild das erste kommunale jüdische Museum Deutschlands eröffnet. 1992 kam nach heftigem Ringen um den Umgang mit den bei Bauarbeiten freigelegten Fundamenten von fünf mittelalterlichen Ghettohäusern am Börneplatz das Museum Judengasse dazu. Beide Museen präsentieren mit ihren Dauerausstellungen 800 Jahre jüdische Geschichte in der Mainmetropole. Sie zeigen, wie Jüdinnen und Juden die wirtschaftliche, kulturelle und soziale Entwicklung der Stadt prägten und prägen und thematisieren zugleich die Erfahrung von Unterdrückung und Verfolgung. (ca. 90 km)

4. Tag: Jüdisches Leben im Mittelrheintal
Zunächst begeben wir uns auf Spurensuche des Judentums in Bingen, wo seit der Zeit Hildegards von Bingen, die mit Juden eine durchaus positive Beziehung pflegte, bis zu ihrer Auslöschung durch die Nationalsozialisten über acht Jahrhunderte hinweg eine bedeutsame jüdische Gemeinde bestand. Die Spurensuche führt uns zunächst in die Rest-Synagoge in der Rochusstraße, wo heute wieder eine kleine jüdische Gemeinschaft zusammenkommt. Spektakulär liegt der 400 Jahre alte jüdische Friedhof oberhalb des Ortes. (Fußweg ca. 20 Minuten). Er ist einer der wenigen, der - trotz wiederholter Schändungen - der Verwüstung, Enteignung oder dem Zwangsverkauf mit Abräumung der Grabsteine entgangen ist. Weiterfahrt nach Bacharach: Hier steht die sog. „Werner-Legende“ im Mittelpunkt, die den ungeklärten Tod eines christlichen Jungen im 13. Jh. als jüdischen Ritualmord tradierte, was zu einer weitreichenden Gewaltwelle gegen die jüdische Bevölkerung im Umkreis führte. Manifestiert ist der Werner-Kult in der gleichnamigen Kapelle (Aufstieg über Stufenweg). Hier wurde jahrhundertelang bis in die 1960er Jahre die Legende vom jüdischen Ritualmord wachgehalten. Mittlerweile ist die Ruine der „Wernerkapelle“ zum Mahnmal für einen geschwisterlichen Umgang der Religionen geworden. Rückkehr nach Mainz: Berühmt sind die blau leuchtenden Glasfenster von Marc Chagall in der Kirche St. Stephan, ein Zeichen der christlich-jüdischen Verbundenheit. (ca. 90 km)

5. Tag: Schpira (Speyer) und die Hochschule für Jüdische Studien
Ausflug nach Heidelberg: Begegnung an der Hochschule für Jüdische Studien. Weiterfahrt nach Speyer: Wir sehen die Überreste der historischen Synagoge, der älteste aufrechtstehende jüdische Kultbau in Mitteleuropa aus dem Mittelalter, sowie das jüdische Ritualbad (Mikwe), das erstmals 1126 Erwähnung fand und nahezu unverändert über die Jahrhunderte hinweg erhalten blieb. Es ist eines der ältesten noch erhaltenen dieser Art und von herausragender kulturhistorischer Bedeutung. Danach Besuch der modernen Synagoge, wo der jüdische Glaube im heutigen Speyer lebendig ist. Abschließend Besuch im Dom zu Speyer, der größten romanischen Kirche der Welt. (ca. 240 km)

6. Tag: Heimreise
Gelegenheit zu weiteren Besichtigungen in Mainz auf eigene Faust. Individuelle Rückreise in die Heimat.

Leistungen

Mindestteilnehmerzahl: 12 Personen; siehe § 7 unserer Reisebedingungen

  • Drei Tagesausflüge im modernen Reisebus ab/bis Mainz
  • Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr für Ausflug nach Frankfurt/M.
  • Doppelzimmer im Hotel Hilton Mainz City
  • Halbpension
  • Fachlich qualifizierte BiR-Reiseleitung
  • Alle Eintrittsgelder
  • Trinkgeldpauschale
  • Kompensation für klimaneutrale Reise (ca. 300 kg CO2)

Im Preis nicht enthaltene Leistungen

  • An- und Abreise nach/von Mainz. Wir empfehlen die Anreise mit der Deutschen Bahn.
  • Zur Ergänzung Ihrer individuellen Absicherung raten wir Ihnen dringend zum Abschluss einer Reiserücktrittskosten-/Reiseabbruchversicherung sowie einer Reisekrankenversicherung, die auch Rückführungskosten bei Unfall oder Krankheit deckt. Wir empfehlen die Angebote der MDT.

Angebote der MDT (PDF 253 KB)

Zusatzleistungen:

Einzelzimmerzuschlag 225,-

Zusatzinfos

Ihre vorgesehenen Hotels

Mainz: Hilton Hotel Mainz City 4*
Komfortables und modernes Hotel im Herzen von Mainz, wenige Minuten vom Hauptbahnhof und in unmittelbarer Nähe diverser Sehenswürdigkeiten.
(Änderungen vorbehalten; Kategorie nach offizieller, örtlicher Einteilung).

Wichtige Hinweise

Begegnungen mit einem/r Vertreter*in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Mainz oder Speyer sowie der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg sind vorgesehen.
Männer werden gebeten, beim Besuch jüdischer Einrichtungen eine Kopfbedeckung zu tragen.

Einreise- und Gesundheitsbestimmungen

Personalausweis oder Reisepass erforderlich!
Sollten zum Zeitpunkt der Reise noch besondere Einschränkungen oder Besonderheiten aufgrund der Corona-Pandemie bestehen, informieren wir unsere Gäste rechtzeitig.

Anmerkungen

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen weisen wir darauf hin, dass die angebotenen Reisen im Allgemeinen für Personen mit eingeschränkter Mobilität nicht geeignet sind. Auf Ausnahmen wird bei den entsprechenden Reisen hingewiesen.

Download

Hier können Sie den Reiseverlauf dieser Studienreise herunterladen
Deutschland: ′1700 Jahre jüdisches Leben an Rhein, Main und Neckar′ (PDF 299 KB)
Anmeldeformular mit AGBs am Bildschirm ausfüllbar (PDF 523 KB)


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