Ein Königreich öffnet sich

Saudi-Arabien

Studienreise

Saudi-Arabien ist nicht nur ein Land schier unermesslichen Ölreichtums, architektonischer Wunderwerke und atemberaubender Wüstenlandschaften mit bizarren Felsformationen und verborgener archäologischer Stätten - wie die der Nabatäer im Norden des Landes. Saudi-Arabien ist auch die Geburtsstätte des Islam und beherbergt seine zwei bedeutendsten Stätten - Mekka und Medina. Erst seit 2019 dürfen Touristen offiziell das Land bereisen, wobei Mekka für Nicht-Muslime immer noch tabu ist. Aber das Königreich öffnet sich!
Während unserer neuen Studienreise in der Reihe „Weltreligionen kennen lernen“ haben Sie Gelegenheit, im Geburtsland des Islam mehr über diese Religion zu erfahren, die hier im sunnitischen Wahhabismus eine besondere Ausprägung entwickelt hat.
Wir beschäftigen uns intensiv mit der Geschichte, Praktiken, Ritualen und kulturellen Bedeutung des Islam. Zusätzlich zu ihrem religionsgeschichtlichen Schwerpunkt will die Reise Einblicke in die saudische Zivilgesellschaft, ihre Lebensweise, ihre Küche, ihre Kunst und ihre Musik bieten und so dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Verständnis und Toleranz zu fördern. Wir sprechen mit Einheimischen, besuchen lokale Märkte, kosten traditionelle Gerichte und erleben pulsierendes Stadtleben. Die Reise taucht ein in eine für uns oft völlig fremdartige und doch sehr gastfreundliche Welt und wird so zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Auf einen Blick

  • Die Highlights des Wüstenkönigreiches
  • Einführung in Welt des saudischen Islam
  • Für Nicht-Muslime nun möglich: Besuch in Medina
  • Besuch des nabatäischen Hegra, das „saudische Petra“

Reiseverlauf

1. Tag: Willkommen im Königreich Saudi-Arabien!
Linienflug über Istanbul nach Dschidda am Roten Meer: Hotelbezug für zwei Nächte.

2. Tag: Dschidda - Metropole am Roten Meer
Die Hafenstadt Dschidda ist eine pulsierende, quirlige Metropole und gilt als einer der Glanzpunkte Saudi-Arabiens. Wir erleben die geschäftige Atmosphäre auf dem Fischmarkt, wo die Händler direkt vor unseren Augen die frisch gefangenen Meeresfrüchte und Fische vorbereiten. Zur Stadterkundung gehört ein Spaziergang durch die für die Bauweise ihrer Häuser bekannte Altstadt (Al Balad). Durch die Pilgerströme der Haddsch war die Stadt multikulturell. Hier hatten sich Muslime aus Asien, Afrika und dem Nahen Osten niedergelassen. Typisch für die Architektur der Altstadt sind turmartige Wohnhäuser aus Korallenschutt und Lehmmörtel mit großen Roshan-Balkonen aus Holz. Weil der Platz knapp war, wurden die Häuser in der Altstadt bis zu sieben Stockwerke hoch gebaut und überragen auch heute noch die umliegenden Moscheen und Suqs. Die Roshan-Turmhäuser gehen auf die Eröffnung des Suezkanals 1869 zurück. Das Nassif-Haus steht inmitten der Altstadt und gilt als das schönste Haus am Platz. Es gibt kaum ein schöneres Erlebnis in Jeddah, als durch die engen Gassen des Suqs Al Alawi zu schlendern - einer der farbenprächtigsten, faszinierendsten Märkte des Landes. Die Marktstände reihen sich wie eine Perlenkette aneinander – genau auf dem Weg, den die Pilger nach Mekka gehen. Die beliebte Promenade für Einheimische und Gäste der Stadt ist die wunderschöne Corniche am Roten Meer. Sie ist vollständig Fußgängern vorbehalten und hat eine Länge von ca. 35 km. Auf dem Damm finden sich eine Vielzahl von Skulpturen bekannter internationaler Künstler wie Vasarely, Moore oder Miró. Der mit 312 m höchste Springbrunnen der Welt, die König-Fahd-Fontäne, wird bei Dunkelheit von 500 Flutlichtern angestrahlt. Wir genießen heute ein vorzügliches Abendessen in einem Restaurant, das sich auf die Zubereitung von Fisch und Meeresfrüchten spezialisiert hat.

3. Tag: Medina al Munawarra - „Stadt der Lichter“
Dschidda: Besuch des Abdul Rauf Khalil / Al Taybat Museums mit einer abwechslungsreichen Sammlung u.a. von Gemälden, Wandteppichen, Einrichtungsgegenständen und Wohnszenen. Allein die Architektur des Museums ist schon beeindruckend. Anschließend Fahrt mit dem Zug nach Medina (Medina al Munawarra, arab. „ Stadt der Lichter“): Medina ist der Ort, wohin Mohammed reiste, nachdem er aus Mekka verbannt worden war. In ihr befindet sich die Prophetenmoschee mit dem Grab des Propheten Mohammed. Die Stadt ist eine der beiden heiligen Städte des Islam in Saudi-Arabien und darf (mit Ausnahme des heiligen Bezirks und der Moscheen) seit kurzer Zeit auch von Nicht-Muslimen besucht werden. Unsere Stadtrundfahrt führt zu den bedeutendsten Moscheen der Stadt (Ansicht nur von außen möglich), u.a. Masjid-e-Nabawi mit dem Grab Mohammeds und Masjid-e-Quba, der ersten von Muslimen errichtete Moschee, Hazarat Salman Farsi Garten. Wir sehen den Berg Uhud, wo die Truppen des Propheten gegen die feindlichen Streitkräfte aus Mekka kämpften. Nach einem kurzen Treppenaufstieg genießen wir einen schönen Blick auf die heilige Stadt und ihre Umgebung. Hotelbezug für eine Nacht.

4. Tag: Geschichtsträchtiges Chaibar
Medina: Besuch einer modernen Koran-Druckerei, wo wir während einer Führung Wissenswertes über die genaue Prüfung und Produktion des heiligen Buches erfahren. Anschließend Fahrt zum Dorf Chaibar in einem Oasengebiet auf einem hoch gelegenen Lavaplateau. Chaibar war zur Zeit des Propheten Mohammed eine jüdische Siedlung, die darum bemüht war, die Stämme in ihrer Umgebung dazu zu bewegen, sich ihrem Kampf gegen Mohammed anzuschließen Mohammed zog deshalb im Mai/Juni 628 mit einem großen Heer gegen das Dorf, dessen Bewohner sich verschanzten. Nach Monaten der Belagerung und des Kampfes wurde auf Bitte der Juden Chaibars ein Vertrag zwischen ihnen und Mohammed geschlossen. Nachdem sie den darin festgelegten Forderungen zugestimmt hatten, kapitulierten sie. Die Eroberung der Oase erweiterte den politischen Einfluss Mohammeds, da nun mehrere ihm zuvor feindlich gesinnte Stämme zum Islam konvertierten und die Vorherrschaft Medinas anerkannten. Lehmhäuser aus der Vergangenheit und enge, verwinkelte Gassen machen den Ort zu einem eindrücklichen Erlebnis. Weiterfahrt nach al-’Ula, einst Knotenpunkt verschiedener antiker Handelswege: Hotelbezug für drei Nächte.

5. Tag: Spuren der Nabatäer - spektakuläre Wüstenlandschaften
Ausflug in eine atemberaubende Sandstein- und Wüstenlandschaft. Mit etwas Glück bekommt man Wildkatzen, Kamele oder arabische Oryz-Antilopen zu Gesicht. Wir erreichen einen der Höhepunkte Saudi-Arabiens: Mada'in Saleh / Hegra (UNESCO-Weltkulturerbe) – das große Gebiet der nabatäischen Ruinen, die beeindruckendsten vorislamischen Kulturdenkmäler Saudi-Arabiens. Hegra war die südliche Kapitale des Nabatäischen Königreichs, das heute in Jordanien liegende Petra war die nördliche Hauptstadt. In Hegra gibt es über 130 Felsgräber mit dekorativen Fronten und Eingängen. Der größte zusammenhängende Komplex mit 23 Gräbern ist Quasr al Bint. Weiterfahrt ins weite Madachil-Tal, eine Märchenlandschaft, in der man die wahre Poesie der Wüste erleben kann. Ein besonderes Fotomotiv ist ein durch die Natur geformter Bogen, der durch Winderosion entstanden ist. Ein weiterer Höhepunkt ist das Wüstengebiet Gharamil, eine Mondlandschaft der besonderen Art: Die pyramidenförmigen Gesteinsfiguren sind aus Basalt und mit ein wenig Fantasie wird in jedem einzelnen Stein eine besondere Figur wach. Genießen wir einen wundervollen Sonnenuntergang bei einem Barbeque-Abendessen in der Wüste.

6. Tag: Petroglyphen, Spiegelungen und ein rosa Elefant
Unser Ausflug bringt uns zunächst nach Dadan, der ehem. Hauptstadt der Königreiche von Dadan (9.-8. Jh. v.Chr.) und Lihyan (5.-2. Jh. v.Chr.). Aufgrund der Nähe zu den Weihrauch-Handelsrouten war Dadan noch vor der Ankunft der Nabatäer im 1. Jahrtausend v.Chr. eine der am weitesten entwickelten Städte in Nordarabien. Bis 2020 waren nur 4% dieses von frühen Zivilisationen bewohnten Gebiets ausgegraben. Anschließend fahren wir nach Jabal Ikmah, eine atemberaubende Wüstenschlucht mit einer Jahrtausende alten „Freiluftbibliothek“ mit zahllosen Petroglyphen und beeindruckender Felskunst. Mittagessen in einem mitten in der Wüste gelegenen luxuriösen Restaurant mit Sonnenterrasse, ein unvergessliches Erlebnis mit traumhaftem Blick in die Weite der bizarren Felslandschaften. Danach lassen wir uns beeindrucken vom größten verspiegelten Gebäude der Welt, der Maraya Konzerthalle: Alle Seiten des Gebäudes sind vollständig von spiegelnden Paneelen verkleidet, die es mit der Wüstenlandschaft verschmelzen lassen. Weiter geht’s zum monumentalen Elephant Rock, der sich rosafarben und steil in der Wüste erhebt. Bei einer Pause beobachten wir in vollkommener Ruhe, wie die Sonne kupferrot hinter den Dünen versinkt, ein wahrhaft berauschender Anblick. Rückkehr ins Hotel, wo uns schon ein köstliches BBQ über offenem Feuer, arabische Teppiche, süßer Tee, traditionelle Bekleidung und eine wohltuende arabische Atmosphäre erwarten.

7. Tag: Über das Tal der Palmen in die Millionenstadt
Fahrt ins Wadi Disah („Tal der Palmen“), ein ruhiges, malerisches, ca. 25 km langes Tal aus sandigen Flussbetten mit schattigen Palmen, umgeben von hoch aufragenden Steilhängen aus rotem Sandstein, atemberaubenden Canyon-Gipfeln und gesäumt von sprudelnden Süßwasserbächen. Eine der unberührtesten Naturlandschaften in ganz Saudi-Arabien! Die dramatischen Steilhänge beherbergen Höhlen, versteckte Gräber und beeindruckende jahrhundertealte Kunstwerke mit Menschen- und Tierfiguren. Weiterfahrt zum Tabuk-Airport und Flug nach Riad, der Hauptstadt des Königreichs mit heute über 6,5 Mio. Einwohnern. Tradition wird hier noch groß geschrieben: Männer im weißen Kaftan, der hier Thobe heißt, mit traditioneller Kopfbedeckung, der Kufia, und Frauen in schwarzer Abaja, meist mit Kopftuch (Hijab) oder gar, die Augen verdeckend, mit Niqab, bestimmen das Stadtbild. Doch es geht sichtbar auch um westlichen Luxus und Hightech. Und immer mehr Frauen verzichten auf eine Verschleierung. Ein Spagat zwischen Tradition und Moderne? Erfindet sich Saudi-Arabien gerade neu? Auf der Fahrt vom Flughafen kommen wir an der Universität Princess Nora Bint Abdul Rahman vorbei, die größte akademische Einrichtung für ausschließlich für Frauen in Saudi-Arabien und der Welt. Wenn es die Zeit erlaubt, erkunden wir noch die Altstadt ad-Dira und das neben dem alten al-Zar Suq gelegene al-Masmak Fort, das einst Bestandteil der Stadtbefestigung war und heute ein Museum für Stadtgeschichte ist. Hotelbezug für zwei Nächte.

8. Tag: Hauptstadtimpressionen
Riad, 1735 als ummauerter Garten der Familie al-Saud entstanden, wurde 1824 zum Herrschersitz des zweiten saudischen Staates, der wenige Jahrzehnte später zerfiel. 1902 vom Clan der Saudis zurückerobert, der von hier aus das heutige Saudi-Arabien zusammenfügte, wurde Riad ab Mitte des vorigen Jahrhunderts planmäßig als schachbrettartige Metropole geplant und gebaut. Lebten hier 1862 ganze 7.500 Einwohner, waren es 1980 schon über 1,2 Millionen. Unsere Stadtrundfahrt beginnt mit einem Besuch im König Faisal Zentrum für Forschung und islamische Studien, das ein lohnenswertes Museum für Koran- und Bibelausgaben beherbergt. Anschließend Besuch des Kingdom Center: Der erste Wolkenkratzer Saudi-Arabiens beherbergt mit seinen 99 Stockwerken in seinem 302 m hohen Turm zahlreiche Kaufhäuser, Büros und ein 5-Sterne-Hotel. Von der Skybridge des Wolkenkrazers aus hat man einen grandiosen Eindruck über die ganze Stadt. Weiter geht’s durch den King Abdullah Finance District, eines der größten und bedeutendsten Projekte in Saudi-Arabien mit 59 Wohn-, Finanz- und Handelstürmen sowie Schulen, Erholungsbereiche und Krankenhäuser. Im nordwestlichen Vorort Diriyya liegt die „Keimzelle“ des Wahhabismus und die Heimat der Familie Al Saud. Die alte, von den Osmanen unter Ibrahim Pascha zerstörte und jetzt unbewohnte Siedlung aus niedrigen Lehmgebäuden liegt direkt am Wadi Hanifa: Der einstige Palast von Sa’ud (UNESCO-Weltkulturerbe) und der Qasr Nasr wurden restauriert, der alte Darisha-Turm ist noch mit am besten erhalten. Abschließend Bummel durch Boulevard Riyadh City, einer der größten Erlebniszonen in der Hauptstadt mit Restaurants, Shops, Wasserspielen, Freiluftaufführungen - das „NY-City in Saudi-Arabien“.

9. Tag: Abschied und Heimreise
Fahrt zum Flughafen von Riad und Rückflug über Istanbul nach Frankfurt/M.