Prag - "Goldene Stadt" an der Moldau

TSCHECHIEN

Studienreise zur Reformation

Prag, die "goldene Stadt" an den Ufern der Moldau, die Kaiser Karl IV. zur "Stadt der Städte" machen wollte, und die Goethe als die "schönste Perle in der Krone aller Städte" ansah, sucht ihresgleichen. Sie war und ist eine Metropole der Kunst und Wissenschaft: Don Giovanni wurde hier uraufgeführt, Beethoven komponierte hier, Einstein lehrte an der Universität. Und sie war lange geprägt von jüdischer Kultur und Geistigkeit. Vom einstigen jüdischen Ghetto sind heute nur noch das Jüdische Rathaus, sechs Synagogen und der Alte jüdische Friedhof erhalten. Als Wirkungsstätte von Jan Hus, einem bedeutenden Wegbereiter der Reformation, ist Prag auch eine reformationsgeschichtlich bedeutsame Stadt. Über 100 Jahre vor Martin Luther predigten hier Hus und seine Mitstreiter in der Landessprache, übersetzten die Bibel und forderten die Verurteilung des Ablasshandels. "Heute bratet ihr eine Gans (tschechisch ‚Hus'), aber aus der Asche wird ein Schwan auferstehen" - soll Jan Hus 1415 an seinem Scheiterhaufen in Konstanz gesagt und mit dem Schwan auf Martin Luther hingewiesen haben. Und Luther bekannte 105 Jahre später: "Wir sind alle Hussiten, ohne es zu wissen." Außerdem besuchen wir die deutschsprachige evangelische Gemeinde und die Kommunität Venio, die sich der Friedens- und Versöhnungsarbeit widmet.
Wir laden Sie ein, die Stadt, deren historischer Stadtkern in einzigartiger Vollständigkeit erhalten ist, unter sachkundiger Leitung kennen zu lernen.

Auf einen Blick
- Die Hauptstadt Tschechiens mit allen Höhepunkten
- Thematische Stadtspaziergänge
- Spuren des Reformators Jan Hus
- Begegnungen mit der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde
- Besuch der benediktinischen Kommunität Venio
- Schifffahrt auf der Moldau
- Abschiedsessen in gemütlichem Restaurant
- Zentral gelegenes Hotel

1. Tag: Ankommen und gotisches Prag
Flug nach Prag: Nach dem Hotelbezug für vier Nächte in unserem zentral gelegenen Hotel am Wenzelsplatz bringt uns der Bus ins „Gotische Prag" am „Hradschin": Spaziergang vorbei am Strahovkloster und dem Loretokloster zur Prager Burg. Nach der Besichtigung des Veitsdoms und des Wladislaw-Saals Gang zur Georgskirche und durch das "Goldene Gässchen". Rückfahrt zum Hotel.

2. Tag: Das Prag des Reformators Jan Hus
Heute besuchen wir Stationen und Wirkungsstätten, die auf den großen Reformator der böhmischen Geschichte hinweisen. Das Denkmal auf dem Altstädter Ringplatz ist eine Huldigung an seine Aufrichtigkeit und seinen Mut. Wir besuchen die Betlehemskapelle, in der er seit 1402 als Prediger bis zu 3.000 Menschen um sich scharte und in der damit die Grundlagen der tschechischen Reformbewegung gelegt wurden. Ganz in der Nähe befindet sich die Kirche St. Martin in der Mauer, die ebenfalls eine tragende Säule der Prager Reformation bildete. Heute ist diese Kirche Heimat der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Prag. Begegnung mit einem Vertreter der Gemeinde. Anschließend spazieren wir weiter zum Neustädter Rathaus am Karlsplatz, das durch den 1. Prager Fenstersturz in die Geschichtsbücher Eingang fand: Am 30. Juli 1419 stürmten Anhänger des vier Jahre zuvor in Konstanz hingerichteten Hus das Rathaus, um dort gefangene Glaubensgenossen zu befreien. Dabei warfen sie zehn Personen aus dem Fenster mit tödlichen Folgen. Auf der anderen Seite der Moldau besuchen wir schließlich die Karlsuniversität, wo Hus studiert hatte und später sogar Rektor wurde.

3. Tag: Jüdisches Prag
Wir begeben uns auf einen Rundgang durch das Jüdische Viertel Prags, das als einer der besterhaltenen historischen Stadtteile in Europa gilt. Besuch der Alt-Neu-Synagoge, der Klausen-Synagoge sowie der Spanischen Synagoge. In der Maisel-Synagoge befindet sich heute ein Museum zur jüdischen Geschichte Böhmens. Rundgang über den alten jüdischen Friedhof, der Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet wurde. Freie Zeit für eigene Entdeckungen. Am Nachmittag oder Abend nach Möglichkeit Begegnung mit dem Religionsphilosophen und kath. Priester Tomáš Halík.

4. Tag: Barockes Prag
Am Vormittag setzen wir unseren ausgiebigen Stadtrundgang fort, überqueren die berühmte Karlsbrücke und besichtigen das „Barocke Prag" auf der Kleinseite (Mala Strana). Mit den prächtigen Adelspalästen (Wallensteinpalais, Lobkowitzpalais), Bürgerhäusern, Kirchen, Kanälen und der barocken Nikolauskirche, zählt es zu den eindrucksvollsten Vierteln von Prag. Wir unternehmen eine Schifffahrt auf der Moldau im Bereich der Altstadt und erleben Prag so nochmals aus einer anderen Perspektive. Nach einer Mittagspause geht's zur Wallfahrtskirche Maria de Victoria auf dem Weißen Berg (Bílá hora) im Prager Westen, wo seit 2007 eine Gruppe von Benediktinerinnen, die alle einem weltlichen Beruf nachgehen, in der Kommunität Venio zusammenlebt und in der Friedens- und Versöhnungsarbeit neue Akzente setzt. Teilnahme am Vespergebet der Gemeinschaft (18.00 Uhr). Rückfahrt mit dem Bus zum Hotel, Abschiedsessen in einem gemütlichen Restaurant mit ausgesucht guter, böhmischer Küche.

5. Tag: Ihr Prag
Prag: Am Vormittag freie Zeit bzw. Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch, z.B. in der Universitätskirche St. Salvator. Am Mittag treten Sie dann die Heimreise an: Bustransfer zum Flughafen und Rückflug nach Deutschland.