Glanzlichter der Romanik

FRANKREICH: BURGUND

Studienreise

Wer beim Stichwort „Burgund" nur an hervorragende Weine denkt, kennt nur die halbe Wahrheit: Der Ruhm Burgunds gründet auch in den großartigen Zeugnissen der Romanik. In seiner Blütezeit war das Kloster Cluny das geistige Zentrum Europas. Die Bauplastik von Autun und Vézelay überrascht durch ihre Fülle und fasziniert durch ihre tiefsinnige Bildersprache, die auch von Weltsicht und Bibelverständnis des Mittelalters zeugt. Die Zisterzienserkirchen beeindrucken durch ihre Schlichtheit: ein in Stein gemeißeltes Vermächtnis des Geistes von Citeaux.

Auf einen Blick

  • Einführung in die Formensprache der Romanik
  • Weingutbesuch mit Weinverkostung
  • Besuch der ökumenischen Gemeinschaft in Taizé
  • Nur ein Hotelwechsel

Reiseverlauf

1. Tag: Aufbruch und Ankommen
Fahrt von Stuttgart und Karlsruhe in den nordwestlichen Teil Burgunds nach Auxerre: Hotelbezug für vier Nächte. (ca. 620 km)

2. Tag: Einmalig: Christus als Reiter
In Auxerre besuchen Sie die ehemalige Abteikirche St-Germain, deren Geschichte bis ins 5. Jh. zurückreicht. Hier werden die Reliquien des Märtyrers Mauritius und seiner Gefährten aus der Thebaischen Legion aufbewahrt und verehrt. Die Kathedrale St-Etienne ist ein Hauptwerk burgundischer Gotik mit skulpturenreichen Portalen der Westfassade. Aus romanischer Zeit stammen bedeutende Fresken, so auch die berühmte Wandmalerei „Christus zu Pferde“. Danach Ausflug nach Pontigny, wo wir eine Zisterzienserkirche aus der Gründungszeit des Ordens besuchen. (ca. 40 km)

3. Tag: Kelten und Zisterzienser
Ausflug nach Châtillon-sur-Seine zum berühmten „Keltenschatz von Vix“. In Alise-Ste-Reine, Ortslage des keltischen Alesia und Schauplatz des letzten Kampfes der Gallier unter Vercingetorix gegen Caesar im Jahre 52 v. Chr., Besuch des sehr lohnenswerten Museums. Einzigartig ist das Zisterzienserkloster Fontenay, das aus der Frühzeit des Ordens stammt und fast vollständig erhalten ist. (ca. 225 km)

4. Tag: Am Jakobusweg
Unser Weg führt nach Vézelay, dessen Kathedrale Ste-Madeleine weithin als Höhepunkt der burgundischen Romanik gilt. Mit der Überführung der Reliquien der hl. Maria Magdalena von der Provence nach Vézelay setzte ein reger Pilgerbetrieb ein, der den Ort zum Ausgangspunkt eines Jakobsweges werden ließ. Hier rief Bernhard von Clairvaux zum zweiten Kreuzzug auf und Richard Löwenherz sowie der französische König brachen von hier zum dritten Kreuzzug auf. Weiter geht’s zum Schloss von Bazoches, das Vauban, der berühmte Baumeister von Verteidigungsanlagen, zur Zeit Ludwigs XIV. zu seinem Wohnsitz ausbaute. Rückfahrt durch die romantischen Täler der Cure und Yonne nach Auxerre. (ca. 125 km)

5. Tag: Hauptort des Burgund
Heute fahren wir nach Dijon, der Hauptstadt Burgunds: Rundgang durch die sehenswerte Altstadt; Kathedrale St-Bénigne; Archäologisches Museum mit dem Haupt des Christus von Champmol; Kirche Notre-Dame; ehemaliger Herzogspalast, der heute das Museum der Schönen Künste beherbergt (Wir sehen die Sammlungen des Mittelalters und der Renaissance). Die Kartause von Champmol ist die Grablege der bur­gundischen Herzöge im 14. und 15. Jh. Weiterfahrt in das südliche Burgund nach Dracy-le-Fort: Hotelbezug für vier Nächte. (ca. 225 km)

6. Tag: Altes und neues Mönchstum
Ausflug nach Berzé-la-Ville: Die erhaltenen Fresken aus der Blütezeit Clunys geben einen guten Eindruck vom theologischen Selbstverständnis der Cluniazenser. In Taizé, wo seit dem 2. Weltkrieg die von Frère Roger initiierte ökumenische Gemeinschaft lebt und so ein konkretes Zeichen der Versöhnung unter gespaltenen Christen und getrennten Völkern setzt, besteht Teilnahmemöglichkeit am Mittagsgebet der Brüder in der Eglise de la Reconciliation. Abschließend Besuch in Cluny, das jahrhundertelang Mittelpunkt benediktinischen Lebens und geistiges Zentrum Europas war. (ca. 160 km)

7. Tag: Steinmetzkunst und Schlossromantik
Einzelne Elemente der Kathedrale St-Lazare in Autun gehören zu den Höhepunkten der burgundischen Bildhauerkunst. In Saulieu, Hauptstadt des Morvan, sehen wir die Basilika St-Andoche mit eindrucksvollen romanischen Kapitellen. Das Schloss La Verrerie in Le Creusot mit seinem 28 ha großen Park war einst die Kristallmanufaktur der Königin Marie-Antoinette. (ca. 185 km)

8. Tag: Kleinode der Romanik und Weinbau
Ausflug nach Chapaize, dessen Dorfkirche St-Martin um 1050 entstand. Im reizvollen Dorf Brancion Besichtigung der romanischen Kirche St-Pierre. Eine Weinverkostung auf dem Weingut „Caves de Lugny“ gibt Ihnen Einblicke in die Geheimnisse der Herstellung der berühmten Burgunder-Weine. Letzter Besuchspunkt ist Tournus, wo wir die frühromanische Kirche St-Philibert, ein einzigartiges Bauwerk lombardischer Romanik, sehen. (ca. 90 km)

9. Tag: Zum Abschied das Jüngste Gericht
In Beaune besichtigen wir das Hôtel-Dieu mit Roger von der Weydens „Jüngstem Gericht“. Rückfahrt über Karlsruhe nach Stuttgart. (ca. 515 km)