Jüdisches Leben in Berlin (6 Tage)

Studienreise

Manchmal ist es wichtig, Tacheles zu reden. Oft sitzt man im Schlamassel, wenn Reden und Handeln Stuss oder meschugge waren und man nur mit harter Maloche da wieder rauskommt. Man schäkert und schmust, und ab und an ist manch eine/r vielleicht etwas beschickert. Was vielen Menschen nicht bewusst ist - unsere Alltagssprache ist geprägt vom Jiddischen, von der jüdischen Sprache.
Die gesamte deutsche Kultur ist beeinflusst vom jüdischen Leben, welches in Deutschland und darüber hinaus von den Nazis zwischen 1933 bis 1945 systematisch ausgelöscht werden sollte. Die Anfänge jüdischen Lebens in Deutschland reichen ins frühe 4. Jahrhundert zurück: Im Jahr 321 stellte der römische Kaiser Konstantin ein Dokument aus, das Juden Stimme und Sitz in der Curia der Stadt Köln zusprach. Dieses Dokument gilt als der erste schriftliche Beleg für jüdisches Leben im Gebiet des heutigen Deutschland. Von diesem Datum ausgehend wurde das Jahr 2021 zum „Festjahr 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ausgerufen.
An kaum einem anderen Ort Deutschlands lässt sich die wechselvolle Geschichte von Jüdinnen und Juden in unserem Land so eindrücklich nachvollziehen und gleichzeitig die jüdische Gegenwartskultur so hautnah erleben wie in Berlin, wo heute wieder die größte jüdische Gemeinschaft Deutschlands lebt. 75 Jahre nach dem Holocaust trägt die kulturelle Vielfalt der jüdischen Gemeinde mit ihren acht Synagogen wieder sichtbar zur Attraktivität der Spreemetropole bei.
Vor allem seit ihrer Gleichstellung im 19. Jh. wurde Berlin wirtschaftlich und kulturell von Jüdinnen und Juden geprägt. Diese Blüte der deutsch-jüdischen Kultur fand mit der Machtergreifung Hitlers und der NSDAP 1933 ihr jähes Ende. Von den damals ca. 120.000 Berliner*innen jüdischen Glaubens wurden ca. 55.000 Opfer der Schoa. Die meisten anderen hat der NS-Staat ins Exil getrieben.
In der Bundeshauptstadt wird man an vielen Orten mit den Abgründen der deutschen Geschichte konfrontiert – schließlich wurde in Berlin der Völkermord an den europäischen Juden geplant und organisiert. Museen und Gedenkstätten, Denkmäler und - tafeln halten die Erinnerung an die jüdische Vergangenheit Berlins wach. Der schillernde Kuppelbau der Neuen Synagoge, die markante Architektur des Jüdischen Museums von Daniel Libeskind und das Aufsehen erregende Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals sind Orte der Erinnerung, die inzwischen zu Ikonen der Stadt wurden.
Diese Reise nach Berlin will dazu beitragen, das Wissen über jüdische Geschichte und Kultur zu vertiefen, die wechselvolle jüdische Vergangenheit Berlin und Deutschlands in ihren unterschiedlichen Facetten zu vermitteln und jüdisches Leben des heutigen Berlin sichtbar zu machen.

Gerne erstellen wir Ihnen ein maßgeschneidertes Reiseangebot nach Ihren Wünschen.
Für weitere Informationen steht Ihnen Frau Marina Schneider zur Verfügung.

Frau Marina Schneider
Tel: 0711 - 619 25 27
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Reiseverlauf

1. Tag
Anreise
Anreise nach Berlin: Hotelbezug für fünf Nächte.

2. Tag
Jüdisches Berlin I
Berlin: Besuch im Jüdischen Museum, Europas größtes jüdisches Museum im eindrucksvollen zickzackförmigen Gebäude von Daniel Libeskind: Führung durch die 2020 eröffnete neue Dauerausstellung. Gang durch die Spandauer Vorstadt, einem der ältesten Berliner Stadtteile mit vielen jüdischen Einrichtungen, zur 1866 eingeweihten Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße, deren von vergoldeten Rippen überzogene Tambourkuppel über der Vorhalle einen weithin sichtbaren Glanzpunkt des Bauwerks bildet: Führung mit Besuch der Dauerausstellung im Centrum Judaicum. Das Gebäude ist von herausragender Bedeutung für die Geschichte der jüdischen Gemeinde. Danach Besuch auf dem nahegelegenen Jüdischen Friedhof (Große Hamburger Straße), wo zahlreiche jüdische Persönlichkeiten, wie z.B. der Philosoph Moses Mendelssohn, ihre letzte Ruhestätte fanden. Abendessen in einem koscheren Restaurant.

3. Tag
Erinnerungorte
Besuch am in der Nähe des Brandenburger Tors gelegene Denkmal für die ermordeten Juden Europas – meist nur kurz Holocaust-Mahnmal genannt. Das wellenförmige Feld aus 2711 Betonstelen und labyrinthartigen Gängen lädt zum Wandeln zwischen den verschieden hohen Stelen ein. Unter dem Mahnmal liegt der Ort der Information, der in Themenräumen die Verbrechen der Nazizeit dokumentiert. Das Denkmal nach dem Entwurf des New Yorker Architekten Peter Eisenman ist die zentrale Holocaustgedenkstätte in Deutschland. Anschließend Gang zu weiteren Holocaust-Mahnmalen im Tiergarten. Am Nachmittag Besuch der Dauerausstellung Topografie des Terrors und Spree-Schifffahrt vorbei an Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt wie Schloss Bellevue, Spreebogen, Kanzleramt, Regierungsviertel, Reichstag, Friedrichstraße, Museumsinsel und Berliner Dom.

4. Tag
Jüdisches Berlin II
Heute erkunden Sie auf einem Spaziergang weitere Stätten des jüdischen Berlins wie die Jüdenstraße, eine der ältesten Straßen Berlins, das Nikolai-Viertel mit dem Ephraim-Palais, dem einstigen Wohnhaus von Veitel Heine Ephraim, im 18. Jh. Finanzier des preußischen Königs Friedrich II. Weiter zum Lessinghaus, wo der Moses Mendelssohn oft seinen Freund Gotthold Ephraim Lessing besuchte. Besuch an der Ortslage der im 2. WK zerstörten Alten Synagoge, wo 1943 hunderte jüdische Männer für ihre Deportation verhaftet wurden und nach tagelangen Protestdemonstrationen ihrer Frauen und Mütter wieder freikamen. Möglichkeit zur Begegnung mit einem/r Vertreter*in einer Jüdischen Gemeinde bzw. der Initiative „Meet a Jew“)

5. Tag
Wannsee und Prenzlauer Berg
Ausflug an den Wannsee, wo 1942 auf der sog. „Wannseekonferenz“ die Organisation des Völkermords als „Endlösung der Judenfrage” beschlossen wurde: Führung durch die neue Dauerausstellung der Gedenkstätte Haus am Wannsee. Anschließend Rückkehr in die Stadt: Am Prenzlauer Berg Besuch des Jüdischen Friedhofs (Schönhauser Allee) mit Gräbstätten prominenter Jüdinnen und Juden (z.B. Max Liebermann). Danach Besuch der Synagoge Rykestraße im Kollwitzkiez: Mit ihrem 2.000 Plätze fassenden Betraum ist sie die größte Synagoge Deutschlands und zugleich eine der schönsten und am besten erhaltenen Berlins.

6. Tag
Heimreise
Rückreise in die Heimat.


Hinweise zum Programm
Auf Wunsch ist eine Begegnung mit einem/r Vertreter*in einer Jüdischen Gemeinde und/oder ein Besuch des Schabbatgottesdienstes am Freitagabend möglich. Männer werden gebeten, beim Besuch jüdischer Stätten eine Kopfbedeckung zu tragen.

Enthaltene Leistungen (Auszug):
- Transport je nach Wunsch mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Reisebus
- Doppelzimmer mit Halbpension in Mittelklassehotels (bzw. Hotelkategorie nach Ihrem Wunsch)
- 6-tägige Standortreise lt. Programm
- Qualifizierte, deutschsprachige Reiseleitung
- Freiplatz im Einzelzimmer